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  Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bin aus dem Urlaub zurück. Zum ersten (und vielleicht auch letzten) Mal in meinem Leben habe ich Urlaub in einem Clubhotel gemacht: zwei Wochen Nana Beach auf Kreta. All inclusive. Es war – sagen wir: interessant.

Ich kann es so pauschal sagen: Die Klischees stimmen. Alle. Deutsche, die ihre Liegen mit Handtüchern reservieren und am Büffet nur Schnitzel nehmen. Briten, die mittags Cocktails bestellen. Es war lustig.

Was mir aber am meisten auffiel: wie unterschiedlich Menschen ein und dieselbe Situation beurteilen. Meiner Ansicht nach war die Anlage sauber. Das Essen lecker. Der Strand romantisch. Die Restaurants stilvoll. Der Ausblick fantastisch.

Und trotzdem traf ich ihn allerorten: den Meckerer. Der Meckerer regt sich etwa darüber auf, dass „die Griechen“ immer noch Plastikbecher verwenden (ungeachtet der Tatsache, dass er gerade selbst gerade ein paar Tonnen CO2 in die Luft geblasen hat, um seinen Bauch in die Sonne zu halten).

Der Meckerer beklagt in Olivenöl getränktes Essen – in Griechenland!

Der Meckerer findet die Sonnenschirme zu klein, den Wind zu stark, den Sand zu körnig, die Pommes zu kalt.

Der Meckerer hat gerade Tausend Euro für seinen Urlaub ausgegeben – und lässt ihn sich von der Grobkörnigkeit des Sandes vermiesen.

Ich musste an meine Mutter denken. Jeden Abend saß sie bei uns Kindern auf der Bettkante und fragte: Was war das Schönste heute? Dann überlegten wir, was wir an dem Tag alles Gutes erlebt hatten. Manchmal fiel uns erst nichts ein, aber dann wurde die Liste am Ende ganz schön lang. Innerhalb von fünf Minuten hatte meine Mutter aus einem stinknormalen Dienstag einen supertollen Dienstag in unseren Köpfen geformt.

Ich denke, es war eines der wichtigsten Dinge, die sie mir beigebracht hat. Sich auf das Schöne, das Gelungene, das Spannende, das Lustige zu fokussieren. Denn unser Gehirn lässt sich manipulieren. Im Guten wie im Schlechten.

Das gilt auch bei der Arbeit. Oft reden wir nur über Probleme, über Dinge, die nicht laufen, über Ärger. Aber es lohnt sich, regelmäßig über Erfolge zu reden. Sich freitags zu erinnern, was in der Woche gut lief. Mal zu überlegen, wie man manche Dinge noch vor einem Jahr angegangen ist – und was man in der Zwischenzeit gelernt hat. Darüber zu sprechen, was im letzten Monat eigentlich alles geglückt ist und worauf man sich jetzt in den letzten Wochen des Jahres noch freut.

Das ist nichts anderes als Storytelling. Ein Storytelling, das wir nicht machen, um Kunden zu überzeugen. Es ist Storytelling für uns selbst, das unsere Einstellung verändern kann. Unsere eigene und die der Menschen um uns herum.

Herzlich
Nicole Basel
 
 
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Impulse Medien GmbH | Sitz: Hamburg, Amtsgericht Hamburg HRB 125815
Geschäftsführer: Dr. Nikolaus Förster |USt-IdNr. DE 286438852
 
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