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  Liebe Leserinnen und Leser,

neulich sprach ich mit einer alten Bekannten, die als Reporterin vor allem aus Asien berichtet: Thailand, Indonesien, Vietnam, manchmal auch China. Vor Corona war sie mindestens acht, neun Monate des Jahres in diesen Ländern unterwegs. Jetzt sitzt sie in Hamburg-Eimsbüttel – und ärgert sich.
  
Denn sie weiß von ihren Kontakten vor Ort, was es gerade alles zu berichten gäbe. Der Tourismus – Thailands wichtigster Wirtschaftssektor – ist durch die Pandemie zusammengebrochen. Darunter leiden nicht nur Hotels, Tauchlehrer, Restaurants. Darunter leiden auch die Landwirte, die Fischer, die Supermarktbesitzer. Auch die Automobilbranche, eine der wichtigsten Industriebranchen, verzeichne durch die Pandemie einen Einbruch von mehr als 50 Prozent. Dazu die andauernden Demos junger Menschen gegen Regierung und den (etwas irren?) König.
  
„Und ich hocke hier rum“, sagte meine Bekannte genervt. Sie weiß, dass es so viel zu erzählen gäbe. Und doch hat sie seit Monaten kaum einen Text über ihre Lieblingsländer veröffentlicht.
  
Es ist der Horror eines jeden Journalisten: Du hast alle Fakten, aber keine Geschichte.
  
Reine Fakten kauft dir nämlich kein Magazin und keine Zeitung ab. Das, was die Redaktionen wollen, sind Daten und Fakten, die in STORYS verpackt sind: Die Geschichte des Hotelbesitzers, der alle seine Mitarbeiter entlassen muss – und nun kaum noch den Wachdienst bezahlen kann, um das leerstehende Hotel vor Plünderungen zu schützen. Oder die Geschichte des jungen Mädchens, das seit Monaten gegen die Regierung demonstriert – und der es mittlerweile egal ist, ob sie dafür im Gefängnis landet.
  
Journalisten wissen: Mit reinen Daten und Fakten bekommen sie bei Lesern und Zuschauern kaum Aufmerksamkeit. Es gibt Studien, die zeigen, dass jemand, der die Tagesschau guckt, sich schon kurze Zeit später an einen Großteil der Nachrichten nicht mehr erinnern kann. Was dagegen im Gedächtnis hängen bleibt, sind Geschichten von einzelnen Menschen. Geschichten, die Daten und Fakten greifbar und emotional machen. Wenn es um Helden geht, um Wagnisse und Krisen, um Herausforderungen und glückliche Wendungen.
  
Als Journalistin bin ich daher oft erstaunt, worüber viele Unternehmen auf ihrer Website oder in ihren Kunden-Newslettern schreiben. Nämlich News, News, News. „Neue Filiale eröffnet“. „Neuer Umsatzrekord“. „Neues Ausbildungskonzept“. „Neuer Prospekt ist da.“

Dabei könnte man – wenn man genauer hinschaut – zu vielen dieser Themen auch gute Geschichten erzählen. Man muss eben, wie ein guter Journalist, die Geschichten hinter den Fakten suchen.
  
  • Wer etwa eine Filialeröffnung plant, der könnte eine Kamera in die Ecke stellen, den Baufortschritt aufzeichnen und diesen dann in einem kleinen Film im Zeitraffer zeigen. Plötzlich sieht man das Team, wie es ackert und tut. Man sieht, wie Dinge schiefgehen. Und wie alle zusammen am Ende stolz in der fertigen Filiale anstoßen.

  • Wer auf seine Ausbildung aufmerksam machen möchte, der könnte zum Beispiel die Geschichte eines Azubis erzählen, dem lange niemand etwas zutraute, der in der Schule nur Ärger hatte – und der durch die Ausbildung auf einmal gemerkt hat, was in ihm steckt.

  • Und anstatt seine eigenen Erfolge in den Vordergrund zu rücken, kann man auch die Erfolgsgeschichte eines Kunden erzählen, der viel mehr erreicht hat, als er es sich vorgestellt hatte.

  
Und wenn Sie jetzt sagen: Ich habe aber einfach keine gute Nase für Storys, ich weiß gar nicht, was ich erzählen könnte – dann finden Sie hier 7 Tipps, wie Sie auf gute Themen für Ihr Storytelling stoßen.
 
 
 
   
Nicole Basel  

Herzliche Grüße
nicole_basel_unterschrift
Nicole Basel
impulse-Chefredakteurin
 
 
 
Impulse Medien GmbH | Sitz: Hamburg, Amtsgericht Hamburg HRB 125815
Geschäftsführer: Dr. Nikolaus Förster |USt-IdNr. DE 286438852
 
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